Kairos von Jenny Erpenbeck

Adam Soboczynski schrieb in „Die Zeit“ zum preisgekrönten Roman der Autorin „»Erpenbecks beklemmende Entfaltung einer Amour fou, die mit dem Untergang des Staates synchronisiert wird, entwickelt einen beispiellosen Sog. Es ist ein großer, schöner und grausamer Liebesroman, der zu Recht ausgezeichnet worden ist „. Das interessiert uns sehr, denn die Zeit und die Orte sind uns selbst gut bekannt und haben unser aller Leben maßgeblich verändert. Mal sehen, ob wir uns darin wiederfinden…

Kairos von Jenny Erpenbeck, Cover @ Penguin Verlag

Transit der Venus von Shirley Hazzard

Die Geschichte der ungleichen Schwestern Caro und Grace Bell führt uns in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und spielt überwiegend in England. Der Roman wurde von der australisch-stämmigen Autorin Shirley Hazzard (*1931 +2016) verfasst. Sie verfasste neben ihrer Tätigkeit für die britische Regierung sowie für die Vereinten Nationen Kurzgeschichten und einige Romane. Meist lebte sie in ihrer Wahlheimat Italien. Das Buch erhielt viel Lob aufgrund seiner Magie und beeindruckenden Figuren.

@Ullsteinverlag
@Christopher Peterson

Das Reispflanzerlied von Eileen Chang

Die chinesische Autorin (eigentlich Zhang Ailing) wurde 1920 in Shanghai geboren, lebte später in Hongkong und Taiwan. Sie arbeitete als Schriftstellerin, Drehbuchautorin und unterrichtete an Universitäten in den USA, wo sie 1995 verstarb.
Ihr Roman erschien 1955 in den USA. Er führt uns anhand des Schicksals einer Familie in das bäuerliche Leben Chinas während der kommunistischen Bodenreform. Chang interessierte sich insbesondere für die Änderungen der zwischenmenschlichen Beziehungen unter Maos Revolution.

Dschinns – von Fatma Aydemir

Das Werk der 1986 in Karlsruhe geborenen Autorin führt uns in die Lebenswelt einer türkisch-deutschen Familie. Anlässlich einer Beerdigung versammelt sich die Verwandtschaft des Toten in Istanbul, wo nun deren unterschiedliche Sichten, Erfahrungen, Wünsche und Wunden aufeinandertreffen. Es wird nach dem Wert von Familie gefragt und zurückgeblickt auf die Lebenswege zwischen Orient und Okzidents.

Daniel Schreiber: Die Zeit der Verluste

Es ist wohl das erste Mal in diesem Kontext, dass wir gemeinsam ein „literarisches“ Essay lesen und diskutieren wollen .. Der Autor, 1977 geboren, Schriftsteller, Übersetzer, Kolumnist ua. bei der ZEIT, beschäftigt sich mit der Unbeständigkeit der Welt, ein Thema, dass uns mehr und mehr auf die Pelle rückt – hier im „beschaulichen“ West-Europa… Wie gehen wir damit um? Wie sollte man? Gibt es generelle Ansätze? Welche Ängste und Schwierigkeiten bringen die neuen Zeiten mit sich? …

@Cover: Hanser Verlag

Ivo Andric: Die Brücke über die Drina

Dieser Klassiker von 1945 über die Geschichte von Visegrad, einer Grenzstadt zwischen Bosnien und Serbien, kann auch noch heute berühren. Es gibt zwar keine eigentliche Familienstory, dafür viele verschiedene Protagonisten, die für einige Zeit im Licht der Zeit mit ihren teils grausamen Schicksalen auftauchen und dann wieder verschwinden. Aber immer gibt es Zusammenhänge mit der wundervollen Brücke, die sich in den Herzen der Bewohner mal mehr, mal weniger verankert hat. Es lohnt sich.

dtv

Wolf Haas: Das Wetter vor 15 Jahren

Der österreichische Autor Wolf Haas (*1960) ist durch seine beliebten Brenner-Krimis bekannt geworden. Aber er kann auch Romane.. Von einem, den das Wetter nicht mehr loslässt und wie es dazu kam…. Wir sind gespannt…

@Cover – Hoffmann-und-Campe Verlag

Die Frauen von Algier – von Assia Djebar

„Die Erzählungen hauchen Delacroix’ entrückten, rätselhaften und vor allem stummen Frauengestalten Leben ein, sie setzen dem exotischen Blick des Fremden auf den femininen Teil des Orients eine weibliche und algerische Perspektive entgegen.“ Diese Beschreibung – ursprünglich aus der Berliner Zeitung – beschreiben gut meinen ersten Eindruck. Die algerische Schriftstellerin führt uns in die 70er Jahre ihrer Heimat zurück. Der Kampf gegen den Kolonialismus mischt sich mit den Hoffnungen der Frauen auf mehr Freiräume in ihrer Gesellschaft.

@ cover: Unionsverlag

Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt

Die aus Siebenbürgen stammende Autorin erhielt für diesen Roman allein fünf Literaturpreise – unglaublich! Es erzählt die Lebenswege von sieben Personen zwischen Banat und Deutschland, eingebettet in die Zeit zwischen dem Zusammenbruch der Nachkriegsordnung in Rumänien und Deutschland, den schwierigen Neufindungen, über Freundschaft, Sehnsucht, Illusionen und Glück, die dabei wichtig waren.
So hört sich für uns der berühmte Klappentext an.. mal sehen, was dahinter steckt..

@Klett Cotta

Robert Seethaler: Café ohne Namen

Eine Geschichte aus Wien, 60er Jahre. Ein junger, bescheidener Mann, oft sehr wortkarg, aber mit Herz, der sich den Traum eines eigenen Cafés erfüllt. Dort treffen sich Menschen aus der Umgebung zu Einspänner, Wiener Melange, Bier, Schnaps, kleinen Imbissen: Handwerker, Markthändler, einsame, lebhafte und traurige, junge und alte. Sie bringen ihre eigenen Sorgen und Nöte mit. Man erlebt Dramen, aber auch schöne Momente. Aber das Viertel ändert sich und es bleibt nichts wie es war…

Cover @claasen Verlag